Linux:Befehl:adduser

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1 adduser

Mit dem Befehl adduser legt man neue Benutzer an. Mit adduser wird nicht nur der Benutzer an sich angelegt, sondern es werden auch die weiteren nötigen Einstellungen vorgenommen, wie z.B. ein Homeverzeichnis anlegen, den Nutzer einer Gruppe zuordnen, die Login-Shell festlegen usw. adduser ist zwar ein Kommandozeilenbefehl, das Anlegen des Nutzer erfolgt dabei aber interaktiv.

2 Installation

adduser ist in jeder Installation bereits enthalten und im Paket

adduser

integriert.

3 Verwendung

Die allgemeine Syntax von adduser ist recht simpel:

sudo adduser BENUTZER [OPTIONEN]

Anschließend erfolgt ein kurzer, interaktiver Dialog, in dem man als erstes nach dem Passwort und anschließend nach dem vollen Benutzernamen gefragt wird. Die folgenden Fragen nach Raumnummer, Telefonnummer etc. sind eher für Firmen interessant (bzw. stammen noch aus der Zeit, als Linux immer ein reines Serversystem mit Remote-Login war) und können alle ohne Eingabe mit einem Druck auf ⏎ beantwortet werden.

Wie oben bereits erwähnt, wird mit jedem Benutzer automatisch eine Gruppe mit dem gleichlautenden Namen angelegt. Gibt man wie im obigen Beispiel keine Optionen an, so nutzt adduser die Voreinstellungen, welche in der Datei /etc/adduser.conf hinterlegt sind. Anschließend werden noch die Default-Konfigurationsdateien (z.B. für die Bash) aus dem Verzeichnis /etc/skel in das Homeverzeichnis des neuen Nutzers kopiert.

Natürlich kennt adduser auch eine Reihe von Optionen. Einige davon sind:

Option Beschreibung
--gecos "" überspringt die Abfragen für optional vollen Namen, Telefonnummer usw. (Optionsparameter leer, nur Anführungszeichen)
--conf DATEI verwendet anstatt /etc/adduser.conf die Datei DATEI als Konfigurationsdatei
--home /Pfad/zum/Verzeichnis Das Homeverzeichnis wird in "Pfad/zum/Verzeichnis" angelegt anstatt im Verzeichnis, welches in der Konfigurationsdatei hinterlegt ist. Existiert das Verzeichnis nicht, so wird es angelegt, die Dateien aus /etc/skel werden auch dorthin kopiert.
--no-create-home Es wird kein Homeverzeichnis für den Nutzer angelegt.
--ingroup GRUPPE Der Nutzer wird zur Gruppe GRUPPE anstatt zur in der Konfigurationsdatei voreingestellten Gruppe hinzugefügt.
--disabled-login Bei der Einrichtung des Nutzers wird nicht nach einem Passwort gefragt und der Account als inaktiv gekennzeichnet. Der Nutzer kann sich nicht am System anmelden.
--disabled-password Bei der Einrichtung des Nutzers wird nicht nach dem Passwort gefragt. Der Nutzer kann sich nicht am System anmelden, bis ein Passwort mit Hilfe des Befehls passwd gesetzt wird. Dies ist dann z.B. sinnvoll, wenn man als Systemadministrator das Passwort des Nutzers nicht kennen möchte.
--shell SHELL Es wird nicht die in der Konfigurationsdatei hinterlegte Shell als Login-Shell angelegt, sondern die in der Option angegebene. Dabei muss immer der volle Pfad mit angegeben werden also z.B. --shell /bin/zsh. Gibt man --shell /bin/false an, so wird keine Login-Shell anlegt, was auch bedingt, dass sich dieser Nutzer nicht per SSH mit dem Rechner verbinden kann.
--uid ID Gibt dem neuen Benutzer die gewünschte ID, falls diese nicht schon verwendet wird.

adduser kennt noch eine Reihe weiterer Optionen, welche man in der Manpage nachlesen kann.

4 Beispiele

  • Für das "einfache" Anlegen eines Benutzers benötigt man gar keine Optionen, d.h. will man beispielsweise den Benutzer otto anlegen, so reicht der Befehl:
         sudo adduser otto  
Hinweis
Legt man Benutzer mit adduser an, so werden diese zu keiner Gruppe des Systems hinzugefügt. Per adduser angelegte Benutzer dürfen also nicht direkt auf die im System vorhandenen Audio- und Videogeräte zugreifen usw. Daher sollte man nach dem Anlegen eines Benutzers sofort und unmittelbar mit dem Befehl groups BENUTZER überprüfen, zu welchen Gruppen dieser Benutzer noch hinzugefügt gehören sollte.
  • Fügt den Benutzer xyz zur Gruppe www-data hinzu:
                         sudo adduser xyz www-data  


Wenn man einen Benutzer einer weiteren Gruppe zuordnet, muss sich dieser Benutzer prinzipiell erst ab- und wieder neu anmelden, bevor die neue Gruppenzugehörigkeit aktiv wird. Um die neue Gruppenzugehörigkeit sofort zu aktivieren, verwendet man newgrp.

5 Quellen